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von Ann-Katrin Hardenberg

Was haben Hierarchien in einem Unternehmen mit Dynamik zu tun?

In den letzten Monaten hatten wir die Möglichkeit in sehr unterschiedliche Unternehmen Einblick zu bekommen: von Start-up Unternehmen bis hin zu Konzernen – jede Größe war dabei. Was uns dabei aufgefallen ist – noch immer gibt es sehr hierarchisch organisierte Unternehmen. Und dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob es ein kleines Start-Up Unternehmen ist mit 5 Leuten oder ein international agierender Konzern.

Starke Hierarchien in einem Unternehmen sind meistens mit einem bestimmten Management-Stil verbunden. Von oben nach unten wird viel überwacht, Entscheidungen müssen mit mehreren Ebenen abgesprochen werden, das Vertrauen den Mitarbeitern gegenüber ist fragil und Fehler dürfen keine gemacht werden. Innovation und Kreativität werden dadurch bereits im Keim erstickt. Starke Hierarchien haben zudem auch mit einem Bedürfnis nach Ansehen und Anerkennung jeder einzelnen Führungskraft zu tun. Die Angst vor dem Versagen vor dem Chef führt zu einer Angst vor dem Loslassen und hin zu einem Überkontrollieren: Vertrauen ist gut (aber nur in geringen Maßen), Kontrolle ist besser. Die Manager wollen zeigen, dass sie alles im Griff haben – doch sie ersticken damit das selbständige Denken der Mitarbeiter, das selbständige Suchen nach Lösungen und auch die Lust, hinter dem Unternehmen und den Produkten zu stehen. Man arbeitet eben! Und die Angst der Führungskraft vor Fehlern überträgt sich automatisch nach und nach auf das Team.

Sehr gut beobachten kann man dies sehr häufig bei neuen Mitarbeitern. Sie haben oft lange überlegt, ob sie im neuen Unternehmen einsteigen. Letztendlich haben sie sich dafür entschieden, da sie die neue Aufgabe und Funktion spannend und herausfordernd empfanden, und weil sie sich mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen einbringen möchten um das anscheinend interessante Unternehmen gemeinsam voran zu bringen. Die Motivation geht innerhalb der ersten Monate stetig nach unten – bis der neue Mitarbeiter dann am Ende am tiefen Motivationslevel der restlichen Kollegen steht. Dienst nach Vorschrift.

Das Streben nach Ansehen ist ein sehr starker Faktor für starke Hierarchien in Unternehmen. Sehr oft findet man diese in alten, langeingesessenen Unternehmen – öfter auch in ländlichen Gegenden als in der Stadt. Gesehen werden und etwas aus sich machen, hat in den ländlichen Gegenden eine wichtige Bedeutung, und dies oft über Generationen hinweg. Eine sichtbare Karriere kann nur in Unternehmen gemacht werden, in denen eine starke Hierarchie besteht. Noch gibt es auch in vielen dieser Unternehmen die Sondergratifikationen bei bestimmten Hierarchiestufen, wie beispielsweise der Dienstwagen. Doch auch junge Doktoren, die statt einer Professorenlaufbahn dann ihr eigenes Unternehmen gründen, bringen die strengen Hierarchien mit dem starren Mitarbeitermanagement und der Huldigung des „Obersten“ in einen Teil der Start-Up Welt ein.

Unsere Beobachtung ist es immer wieder: steile Hierarchien in Unternehmen bremsen definitiv Dynamik, Innovationen und Kreativität. Die Energie der Mitarbeiter geht auf langwierigen Entscheidungs- und Abstimmungsmarathons verloren – aber auch die Eigenständigkeit der Mitarbeiter, Kritik zu äußern und Verantwortung zu übernehmen. Bauen Sie die Hierarchien in Ihrem Unternehmen ab und lassen Sie Raum für Eigenverantwortung und Fehler machen. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter erwachsen werden und lassen Sie das „bemuttern“ fallen. Auch Ihre Mitarbeiter müssen ihre eigenen Lösungswege finden und durch Fehler lernen. Und eines ist sicher dabei: sie werden daran wachsen!

 

THE MAK’ED TEAM, Ann-Katrin Hardenberg

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