Besonderheiten in der Krise

Sanierungsmanagement heißt, Vertrauen zu organisieren.

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Die Zeit wird zum kritischen Faktor und der Unternehmer zum Krisenmanager.

In der Krise verändert sich der Handlungsrahmen grundlegend. Zwischen Sanierungschance, Gläubigerschutz und persönlicher Organhaftung müssen Entscheidungen sicher und schnell getroffen werden.

In der Krise verändert sich die persönliche Verantwortung der handelnden Personen. Entscheidungen können haftungsrechtliche Relevanz entfalten und gesellschaftsrechtliche Folgen nach sich ziehen. Verschärft sich die Krise weiter, werden Entscheidungen regelmäßig unter insolvenz- und strafrechtlichen Gesichtspunkten überprüft. Deshalb müssen Unternehmen Entscheidungen nachvollziehbar dokumentieren. Unsere Erfahrung zeigt: Die Qualität der Dokumentation wird in Krisensituationen oft genauso wichtig wie die Qualität der Entscheidung selbst. Unsere Begleitung im Sanierungsmanagement orientiert sich konsequent an diesen Anforderungen.

In Krisensituationen kommt es häufig zu einer stillen, zunächst informellen Machtverschiebung. Stakeholder gewinnen an Einfluss, während die Geschäftsleitung moderieren, überzeugen und Vertrauen schaffen muss. Wir klären die Erwartungen von Banken, Lieferanten, Kunden und Mitarbeitenden und sorgen dafür, dass die Interessen der relevanten Stakeholder berücksichtigt werden. Unter hohem Zeitdruck schaffen wir mit Liquiditätsplanungen, Fortführungsprognosen, Sanierungskonzepten und Szenarioanalysen die notwendige Grundlage für die Steuerung und Sanierung des Unternehmens.

Gleichzeitig sind diese Planungsunterlagen weit mehr als operative Steuerungsinstrumente. In Krisensituationen werden sie regelmäßig zu juristisch relevanten Dokumenten. Wir arbeiten deshalb routiniert in interdisziplinären Teams mit Juristen, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern zusammen. Dabei moderieren wir das Zusammenspiel der Beteiligten, ordnen die Einschätzungen der verschiedenen Fachdisziplinen ein und schaffen für die Geschäftsführung Transparenz über Anforderungen, Risiken und Handlungsoptionen. Wir behalten auch in kritischen Situationen den Überblick, weil wir die besonderen Anforderungen von Krisen- und Sanierungssituationen kennen.

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Besonderheiten in der Krise

Betrachtung der Unternehmenskrise

Unternehmenskrise bedeutet, dass die bisherigen Erfolgsfaktoren nicht mehr wirken. Die Überwindung der Krise gelingt nur mit einer ganzheitlichen Sanierung. Unser Sanierungsprozess benennt Herausforderungen, Zielkonflikte und Handlungsbedarfe klar und ohne Umwege. Nachhaltige Stabilität entsteht, wenn strategische Neuausrichtung, finanzwirtschaftliche Sanierung und operative Verbesserungen ineinandergreifen. Gleichzeitig werden die unterschiedlichen Interessen von Gesellschaftern, Gläubigern, Finanzierungspartnern, Kunden und Mitarbeitenden transparent. So lassen sich Zielkonflikte offen adressieren, fair ausbalancieren und tragfähige Entscheidungen für die Zukunft des Unternehmens treffen.

Anforderungen an Sanierungskonzept – IDW S 6

Banken fordern in Krisen ein Sanierungskonzept gem. IDW S 6 Standard. Dieser Standard des Instituts der deutschen Wirtschaftsprüfer (IDW) beschreibt wie bei Erstellung von Sanierungskonzepten vorzugehen ist. Diese sind zweistufig aufgebaut. In Stufe 1 wird eine positive Fortführungsfähigkeit im Prognosezeitraum die Finanzierung des Unternehmens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sichergestellt. In Stufe 2 wird festgelegt, wie das Unternehmen wettbewerbsfähig werden und bleiben kann. Wir erarbeiten Sanierungsstrategien nach den Anforderungen des IDW S 6.

Vorliegen von Insolvenzgründen – IDW S 11

DW S 11 ist der Leitfaden zur Beurteilung des Vorliegens von Insolvenzgründen. Insolvenzgründe sind Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Vor den Prozess der Erstellung eines IDW S 6 Sanierungskonzeptes schalten Sanierungsprofis die Analyse einer Insolvenzreife gem. IDW S 11 und Maßnahmen zur Überwindung einer etwaigen Insolvenzreife vor. Es soll der Eintritt der Insolvenzreife während der Erstellung des Sanierungskonzeptes möglichst ausgeschlossen werden. Es steht stets die Zahlungsfähigkeit im Fokus. Wir agieren bei Krisenunternehmen unter Anwendung des IDW S 11.

Bankenregulatorik

In den meisten Sanierungsfällen bestimmt die Bankenlogik den Ablauf der Krise. Banken sind dabei nicht Gegner des Unternehmens, sondern handeln innerhalb eines klar regulierten Rahmens. Diese Regulatorik folgt einer nachvollziehbaren Logik und beeinflusst, ob Kredite gewährt, prolongiert oder gekündigt werden. Wer die Anforderungen und Entscheidungsmechanismen der finanzierenden Banken versteht, kann den Sanierungsprozess aktiv gestalten statt nur auf Entwicklungen zu reagieren. Deshalb ist die Fähigkeit, sich sicher in dieser Logik zu bewegen, ein entscheidender Erfolgsfaktor für eine professionelle Sanierung.

Krisenkommunikation

Die Kommunikation in Unternehmenskrisen ist erfolgskritisch. Jede Sanierungsmaßnahme hat Auswirkungen auf Banken, Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten und weitere Stakeholder. Erfolgreiche Kommunikation verbindet deshalb die sachliche Logik der Sanierung mit den Interessen und Emotionen der Betroffenen. Denn Emotionen begrenzen die Wirkung von Sachargumenten und prägen die Akzeptanz notwendiger Entscheidungen. Wir verstehen Kommunikation daher als festen Bestandteil jeder Sanierung. Sie muss ebenso professionell geplant und umgesetzt werden wie die wirtschaftlichen und operativen Maßnahmen selbst.

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