By Ann-Katrin Hardenberg

Vision Forum – Nur Mut! Fehler erwünscht!

Vision Forum – Nur Mut! Fehler erwünscht!

Brauchen unsere Tische, Tapeten und Fenster tatsächlich IP Adressen? Dies ist eine der Fragen, die Sven Gábor Jánszky (Trendforscher, Veranstalter des jährlichen Zukunftskongresses und Executive Director des 2b AHEAD ThinkTanks) in seinem Vortrag über die „Zukunftspfade 2025“ auf dem Vision Forum stellte. Auf dieser zweitägigen Konferenz im Allianz Forum in Berlin kamen  Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und dem Non Profit Bereich zusammen, um zu dem Thema „Innovation Valley statt Industrie 4.0“ mit dem Untertitel „technisch-digital-sozial“ zu debattieren. Valentina Kerst (Geschäftsführerin der Strategischen Internetberatung topiclodge) beschrieb den „Ist Zustand“ in Deutschland. Hier sieht es weniger optimistisch aus. Auf der digitalen Ebene fehlt es an Strukturen in Politik und Verwaltung, um  sich die Digitalisierung zu Nutze zu machen. Auf technischer Ebene fehlt es schlichtweg an der Infrastruktur. Noch immer gibt es in Deutschland Regionen, vorwiegend im ländlichen Raum, in denen kein schnelles Internet zur Verfügung steht. Deutschland befindet sich weltweit auf Platz 25 im Ranking der digitalen Infrastruktur. Auch muss in die digitale Bildung der Kinder investiert werden. Auf sozialer Ebene prognostizierte Herr Jánszky in seinen Vortrag, werden sich unser Zusammenleben und unsere Beziehungen verändern, physische Nähe wird sich verschieben hin zu relationaler Nähe also Beziehungen, die über soziale Netzwerke entstehen. Vertrauen als Ergebnis menschlicher Beziehungen verschiebt sich hin zu Vertrauen als Ergebnis erfüllter Erwartungen.

Wie kommt es zu diesem digitalen Rückstand? Die Fachreferenten der Konferenz sind sich ziemlich einig, in Deutschland wird gerne an Alt Bewährtem fest gehalten. Auch wird die Digitalisierung als gesamtgesellschaftliche Umwälzung in Unternehmen als solche unterschätzt. Beispielsweise muss Führung neu gedacht, gar neu praktiziert werden. Führungskräfte sollten sich als Talentscouts, Mentoren, Coaches verstehen, um junge Leute ans Unternehmen zu binden und Innovationen voranzutreiben. Eine Unternehmenskultur in der Fehler gemacht werden dürfen, weil daraus gelernt wird, lebt uns das Sillicon Valley geradezu vor, wussten PD Dr. Andreas Boes (Direktor des Munich Center of Inernet Research) und Prof. Dr. Stephan A. Jansen (Leiter des „Centers for Philanthropy & Civil Society, Karlshochschule Karlsruhe)   zu berichten, die im Silicon Valley geforscht haben. Dass dies, auch in Deutschland und der Schweiz möglich ist, zeigten Best Practice Beispiele von Unternehmen, die alternative Führungskonzepte als Unternehmenskultur leben, wie z. Bsp. Triumph, Wittenstein AG, Haufe-umantis AG. Sie schaffen dies mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und innovativen Führungskonzepten – und zwar sehr erfolgreich. Für mich wurde an den zwei Konferenztagen deutlich, dass es um Potentialentfaltung geht: in Schulen, in Unternehmen, im sozialen Bereich. Dies erfordert einen echten Musterbruch, in Rollen, Formaten Kompetenzen, ein wahrhaftes Neudenken. Es erfordert Mut in den Führungsetagen und auf persönlicher Ebene. Wie ist es sonst möglich, innovativ zu bleiben auf technischer, digitaler und sozialer Ebene?

Herr Jánszky beendete seinen Vortrag mir dem schönen Bild der Schiffs-Flotte in dem er uns aufforderte, Gedanken als Flotte zu betrachten. In einer Flotte gibt es kleine Räume die geschützt sind und es gibt die Möglichkeit, neue Räume zu schaffen. Dadurch gibt es eine gute Chance auf Veränderung.

 

Author: Silke Funk – THE MAK’ED TEAM