By Ann-Katrin Hardenberg

Digitale Medienkompetenz – oder wie verliere ich den Anschluss

Digitale Medienkompetenz – oder wie verliere ich den Anschluss

In letzter Zeit wird viel über die sogenannten digitalen Medien und die damit verbundene Kompetenz berichtet und diskutiert. Doch was steckt dahinter? Was gehört denn zu den digitalen Medien und was für eine Kompetenz muss man sich dafür aneignen?

Durch die weitreichende Entwicklung im Bereich der Digitalisierung, haben sich in den letzten Jahren auch die verschiedenen Arten von digital verwendeten Medien enorm verändert. Waren es am Anfang nur computergestützte Medien wie beispielsweise Internet, Emails oder E-Learnings, sind in den letzten Jahren vor allem auch die mobilgestützten Medien durch Tablets und Handys dazugekommen. Auf diesen werden zusätzliche Medien wie Videos, Musik, Webinar-Tools oder soziale Medien wie Facebook, Twitter, WhatsApp & Co verwendet. Digital wird gleichgesetzt mit internetbasierend, da die Daten in digitaler Form übertragen werden.

Und welche Kompetenzen sollte man hinsichtlich digitaler Medien heutzutage sowohl im Privat- als auch im Berufsleben anwenden können? Neben dem Schreiben und Handhabung von Emails gehört dazu heute ganz selbstverständlich die Suchabfrage über Internetdienste wie google, das Drehen und Hochladen von Videos und Musik, das Teilnehmen an virtuellen Konferenzen oder Schulungen via Webinar-Software, das Chatten und Verbreiten von Neuigkeiten über die verschiedenen Kanäle der Sozialen Medien. In den verschiedenen Berufssparten kommen dann noch jeweils zusätzliche Kompetenzen mit digitalen Medien hinzu. Wenn man als Beispiel den Bildungsbereich hernimmt, sollten heutzutage Lehrer, Trainer und Dozenten wissen, wie sie digitale Medien in das Bildungskonzept einbauen – und damit nicht nur in der eigenen Verwendung, sondern auch für die Verwendung der Schüler bzw. Kursteilnehmer. Mit den digitalen Medien sind neue Alternativen entstanden, den Lernprozess für die Lernenden optimal zu begleiten und zu unterstützen. Zudem können diese auch zunehmend die Verantwortung für ihr eigens Lernen übernehmen, Wissen selber mit diesen Medien aufbereiten und weitergeben. Digitale Medien ebnen zudem den Weg, das Lernen individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Lerners bezüglich Inhalte, Wege und Lernmethoden zuschneiden zu können. Christian Lindner, der FDP-Vorsitzende, hat einmal einen schönen Vergleich dafür angebracht. Durch die Digitalisierung fördern wir das Taxiprinzip und nicht mehr das Busprinzip – jede Person kann dort abgeholt werden, wo sie gerade mit ihrem Wissen und ihrer Entwicklung steht. Dies fördert langfristig eine leistungsfähigere und chancengerechtere Bildung.

Doch sollte man Bildung nun komplett nur noch mit digitalen Methoden lehren und lernen? Nein! Und hier sind sämtliche Stakeholder im Bildungssystem gefragt: Bildungsexperten, Lehrkräfte und Personen aus verschiedenen Berufssektoren. Hier ist ein kluges Ineinandergreifen von analogem und digitalem Lernen bzw. Lehren gefragt. Nur durch die Mischung von analogen und digitalen Methoden wird der Lerntransfer und somit auch das Erlernen neuer Kompetenzen gesichert.

Digitale Medien sind kein kurzfristiger Trend, der an uns vorbeiziehen wird! Sie sind inzwischen der Alltag aller Bevölkerungsgruppen, eine erweiterte Möglichkeit auf Informationen und Wissen zugreifen zu können, sowie zu kommunizieren und zu partizipieren mit einer zugleich informelleren und direkteren Weise der Kommunikation.

Digitale Medienkompetenz muss jedoch erlernt werden. Und das beinhaltet auf keinen Fall nur die technische Verwendung von digitalen Lernmaterialien, sondern auch das Erwerben von Kompetenzen für einen selbstbestimmten und kritischen Umgang mit digitalen Medien, aber auch eines produktiven und kreativen Umgangs damit. Diese Medienkompetenz kann erlernt werden! Deshalb rate ich Ihnen, falls noch nicht geschehen, dringend: beamen Sie sich endlich ins digitale Zeitalter – sonst wird dies für Sie irgendwann nicht mehr nötig sein!

 

Autor: Ann-Katrin Hardenberg